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 Kommunikation

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Tini
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BeitragThema: Kommunikation   Do Sep 17, 2015 6:29 pm

Um das Verhalten der Wölfe zu verstehen, ist es wichtig, ihre Verständigung zu kennen und auch richtig interpretieren zu können. Der Zusammenhalt des Rudels, das Aufrechterhalten der ausgeprägten Sozialstruktur, die Verteidigung des Territoriums, das gesamte Überleben des Rudels hängt von der Kommunikationsfähigkeit der Wölfe ab. Sie benötigen eine Fülle von Verständigungsmöglichkeiten um das differenzierte Sozialgefüge im Rudel einhalten zu können. Sie kommunizieren auf vielfältige Weise miteinander und gebrauchen dazu 3 verschiedene „Sprachen“.

-die optische Sprache: Kommunikation durch Körpersprache
-die akustische Sprache: Kommunikation durch Lautäusserungen
-die olfaktorische (geruchliche) Sprache: Kommunikation durch Duftstoffe wie Harn, Kot, Analsekrete, Pheromone (Duftbotenstoffe, z.B. Sexualhormone)

Die optische Sprache - Körpersprache

Die Wölfe verfügen über eine ausgeprägte Körpersprache und Mimik. Sie besitzen ein sehr starkes Ausdrucksverhalten, haben viele Interaktionen miteinander und teilen ihre Stimmung zum grossen Teil durch Körpersprache mit. Es ist ein komplexes Zusammenspiel zwischen verschiedenen Einzelsignalen wie die Stellung der Ohren und der Rute, der ganzen Kopf- und Körperhaltung (hoch/tief), die Stellung der Gliedmassen und der ganzen Mimik. So kann man an der Körperhaltung des Wolfes ablesen, in welcher Stimmung er sich gerade befindet, ob er dominant, entspannt, unterwürfig, unsicher oder ängstlich ist, oder sich gerade in Spiellaune befindet. Anhand dessen sieht man auch ob er ein sozial hohes oder niederes Tier ist.
(eine genaue erklärung folgt unten)

Die akustische Sprache

Um die akustische Sprache richtig deuten zu können muss immer auch die ganze Körperhaltung des Wolfes beobachten werden.  Ein knurren bedeutet beispielsweise nicht immer das Gleiche. Je nach Körperhaltung kann es z.B. ein Angriffs- oder aber ein Abwehrdrohen sein. Neben der Kommunikation innerhalb Sichtdistanz, dient die akustische Sprache vor allem auch der Informationsübertragung über weite Distanzen.
Die Wölfe haben verschiedene Laute, die sie von sich geben: Mucken, Winseln, Wuffen, Knurren, Schreien, Jaulen, Heulen.

Mucken
Kurze, relativ tiefe leise Töne der Welpen, bis ca. 4 Wochen. Es ist ein Behagenslaut, der später vollständig verschwindet.

Winseln
Es signalisiert Unbehagen von Welpen und erwachsenen Wölfen, kann aber auch bei anderen Situationen wie Sexualität und Erregung gezeigt werden, dann ist der Ursprung aber nicht Unbehagen.

Wuffen (ähnlich Bellen)
ist bei Wölfen ein Warnlaut. Sie bellen nicht anhaltend, wie die Hunde, sondern geben als Warnung nur ein kurzes leises „Wuff“ von sich. Sie können auch anschliessend ans Heulen kurz „Wuffen“, das sogenannte „bark howling“.

Knurren
Droh- und Warnlaut.

Schreien, Jaulen
Nur bei sehr grosser Angst oder starken Schmerzen.

Heulen
Dient vor allem zur Kommunikation auf weite Distanz, Artgenossen können das Heulen, dank ihres guten Gehörs über eine Distanz von 6km, bei guten Windverhältnissen sogar bis zu 10 km wahrnehmen. Jedes Rudelmitglied heult in seiner individuellen Tonlage und ist somit gut von den anderen zu unterscheiden. Das gemeinsame Heulen, das sogenannte Chorheulen, fördert auch das Zusammengehörigkeitsgefühl. Das Heulen hat somit auch eine soziale Funktion. Sie heulen auch gemeinsam um sich auf die Jagd einzustimmen und um ihr Revier akustisch zu markieren. Einzelne Wölfe heulen um Kontakt zu einem Rudel oder zu anderen einsamen Wölfen zu suchen. Meist heulen sie in den Dämmerstunden, wobei sie aber nicht den Mond anheulen.

Die olfaktorische Sprache

Die olfaktorische Kommunikation ist die Weitergabe von Informationen durch Gerüche. Wie bei allen Caniden ist beim Wolf der Geruchsinn sehr stark ausgeprägt. Er hat eine besonders grosse Riechschleimhaut, die mit über 200 Millionen Riechzellen besetzt ist. Damit können sie z.B. Buttersäure, ein wichtiger Bestandteil vom Körperschweiss, in einer bis zu einer Million dünneren Konzentration als der Mensch erkennen. Er kann Beutetiere bis zu einer Entfernung von 2-3km wittern. Die geruchliche Kommunikation spielt auch beim individuellen Erkennen der Artgenossen und ihres gegenwärtigen Zustandes, bei territorialen Besitzanzeigen sowie im sexuellen Bereich eine wichtige Rolle. Durch die Ausschüttung von Pheromonen (Duftbotenstoffe) kündigt das Weibchen ihre Paarungsbereitschaft an.

Das Markieren der Reviergrenzen erfolgt primär durch das Setzen von Urinmarken (Spritzharnen), aber auch durch absetzen von Kot auf markante, meist erhöhte Stellen, wie grosse Steine oder Grasbüschel. Wölfe besitzen auch Drüsen an den Pfotenballen und durch häufiges anschliessendes Scharren, werden die Duftmarken noch weiter herum verbreitet und gleichzeitig auch eine optische Marke hinterlassen. Untersuchungen zeigten, dass solche Markierungen bis zu einem Monat erhalten bleiben. Das Rudel durchwandert mindestens einmal alle 3-4 Wochen das ganze Territorium und markiert auf diese Weise das ganze Gebiet. Besonders häufig wird jedoch an den Grenzgebieten zu benachbarten Rudeln markiert. Häufig benutzen 2 benachbarte Rudel sogar dieselben Markierungsplätze, wobei sie hier besonders aufgeregt die Stellen beriechen, darüber markieren und danach intensiv scharren.
Mittels Markieren (Spritzharnen) bekräftigen ranghohe Tiere auch ihre hohe soziale Rudelstellung.

Zur geruchlichen Kommunikation gehört auch das Wälzen in strengriechenden Substanzen wie Aas, Kot etc., über die Funktion dieser Verhaltensweise weiss man noch nicht viel. Es gibt die Vermutung, dass das Wälzen in Aas den Zweck hat, die anderen Rudelmitglieder über vorhandene Futterquellen zu informieren.  Eine andere Hypothese besagt, es könne einer geruchlichen Tarnung der Wölfe gegenüber Beutetieren dienen, da so ihr Eigengeruch übertönt werde und sie sich dem Beutetier besser nähern können.


Quelle: http://chwolf.org
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Tini
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BeitragThema: Re: Kommunikation   Do Sep 17, 2015 6:40 pm

Passive Unterwerfung



Hier rollt sich der Wolf auf den Rücken, spreizt seine Hinterbeine und liegt dann still da. Der
andere Wolf schnuppern und lecken dann häufig im Fell und der Genitalregion des Wolfes,
der am Boden liegt.

Aktive Unterwerfung



Hier wird die Rute zwischen die Beine eingezogen, jedoch steht die Spitze noch nach hinten
weg. Die Form der Rute kann mit der eines Fragezeichens verglichen werden. Die
Hinterbeine werden leicht durchgeknickt. Somit erscheint der Wolf kleiner. Jedes Zeichen
von Aggression wird vermieden, um den Gegner nicht zu reizen. Der Wolf zeigt mit langen
Mundwinkeln und angelegten Ohren seine starke Angst. Der ihm imponierende Wolf steht
seitlich zu ihm und hat sein Gesicht abgewendet.

Zu Missverständnissen kommt es häufiger bei solchen Hunderassen, die durch ihr äußeres
verzüchtetes, degeneriertes Erscheinungsbild (Körpergröße, Haarlänge, Ohrenhaltung,
Kupierung...) von anderen Artgenossen nicht mehr richtig verstanden werden.
Auch der Mensch sendet seinem Hund oft falsche Signale, wenn er ihn zum Beispiel zu sich
ruft und bei Nichtbefolgen durch seine Körperhaltung und seine Mimik droht, was den Hund
letztlich zum Fernbleiben animiert. So kann Anstarren eines Hundes erhebliche
Aggressionen auslösen. Deshalb sollte man bei einem wütenden Hund ruhig stehen bleiben
und das Gesicht leicht abwenden.

Einem fremden Hund als Mensch aufrecht gegenüber stehen oder sich gar über ihn zu
beugen (starke Dominanz), zu lächeln (Zähne zeigen) und die Hand von oben herab nach
ihm ausstrecken (Angriff), wird ihn im den meisten Fällen enorm provozieren. Besser ist es
in die Hocke zu gehen, mit ruhiger Stimme und nach vorn gehaltener, leicht geöffneten
Hand zu begegnen.

Quelle: Internet


Verhaltenmatrix
(Soziale Verhaltungsstrategien)

1 Kontaktaufnahme; Das Fellriechen
2 Demutsverhalten; Aktive Unterwerfung
3 Drohverhaten; Imponieren mit Halsdarbieten
4 Vorstoßen und Schnappen
5 Endkampf

Quelle:http://www.noiw.net/


Zuletzt von Tini am Do Sep 17, 2015 11:56 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Kommunikation   Do Sep 17, 2015 6:54 pm

Selbstsicherheit und Wesensstärke drückt der Hund – je nach Intensität der Drohung –
dadurch aus, dass er sein Kinn zur Brust neigt, das Nacken- und Rückenfell sträubt, die
Oberlippe hochzieht und die Ohren sowie die Rute aufrichtet. Angelegte Ohren,
eingeklemmte Rute und ein gekrümmter Rücken weisen auf Unsicherheit, Unterwerfung
oder Angst hin.


Jüngere, rangniedere Arktiswölfe zeigen Unterwürfigkeit (geduckte Körperhaltung, Ohren
zurückgelegt) gegenüber einem erwachsenen Wolf


Defensives Grinsen (Ohren angelegt, eingezogener Schwanz, geduckte Körperhaltung)
gegenüber einem drohenden Wolf (nicht im Bild)


Aktive Unterwerfung- Unterlegene Wölfe grüßen unterwürfig den Alphawolf (in der Mitte des
Bildes ) indem sie ihn an der Schnauze lecken


Das "Über die Schnauze beißen" dient zur Disziplinierung, z.B. bei Jungtieren


Ein dominanter Wolf steht oft über einem rangniederen Wolf um seine Dominanz zu zeigen.
In diesem Fall "posiert" ein Alphawolf über einem rangniederen Rüden


Der Wolf rechts, die Alphawölfin, zu erkennen am gestellten Schwanz und Ohren, und die
Betawölfin, die Unterwerfung (eingeklemmter Schwanz, angelegte Ohren) zeigt.


Omegawolf; Bei einem größeren Rudel wird oft ein Wolf untersten Ranges zur Zielscheibe
der angestauten Aggressionen. Von Verhaltensforschern Omega-Wolf genannt, scheint
dieser Wolf eine Art "Sündenbockfunktion" einzunehmen. Manchmal wird er wie ein
Aussätziger behandelt. Dieses Verhalten dient auch der besseren regionalen Verteilung der
Wölfe. Häufig versucht der ausgestoßene Wolf nämlich, um der Misshandlung am unteren
Ende der Rangordnung zu entgehen, ein neues Rudel zu gründen. Ein solcher Sündenbock
ist an dem glatt gelegten Fell, seinen angelegten Ohren, und dem tief zwischen den Läufen
eingezogenen Schwanz zu erkennen.


Maussprung; Wolf jagd Maus


Mimik

Viele Gesichtsformen drücken eine Mischung aus Angst (zunehmend von links unten nach links oben) und Angriff (zunehmend von links unten nach rechts unten) aus.



Die Gemütszustände, die ein Wolf durch Körpersprache ausdrücken kann, sind Misstrauen, Drohen, Angst und Unterwürfigkeit.

Die Drohgebärden unterscheiden sich erheblich von den freundlichen Gesten. Das drohende Tier - ob Hund oder Wolf - rümpft die Nase, öffnet das Maul, bleckt die Zähne und richtet die Ohren voll auf. Dies wird mit einem Knurren und Fauchen unterstrichen. Der bedrohte und verängstigte Hund oder Wolf setzt dagegen ein grundverschiedenes Gesicht auf. Das Maul bleibt geschlossen, er legt die Ohren an und heult. Ein sehr häufiger Gesichtsausdruck des Alphawolfs ist der Starrblick. Der Starrblick dient dem Alphawolf zur Kontrolle der unteren Ränge. Ein Alphawolf braucht einen Wolf unteren Ranges bloß mahnend anstarren; der andere Wolf wird sich sogleich geduckt davonschleichen.

Wolf und Hund kommunizieren auch durch bestimmte Körper- und Schwanzstellungen. Ein drohender Wolf zum Beispiel knurrt nicht nur und bleckt seine Zähne. Er versteift auch seine Schultern, stellt seinen Schwanz hoch und bläht sich regelrecht auf um größer zu wirken. Umgekehrt verzieht der bedrohte Wolf sein Maul zu einem defensiven Grinsen, duckt sich, zieht seinen Schwanz ein und kauert sich auf dem Boden, um kleiner zu erscheinen.



Von Imponierhaltung über Angriffslust zu Demut bis Angstverhalten (von links nach rechts) ist jedwede Differenzierung und Kombination (auch mit der Gesichtsmimik) möglich.

Quelle: mangbetus-basenji.de
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BeitragThema: Re: Kommunikation   Do Sep 17, 2015 11:59 pm

Rutensignale des Wolfs:




1.Vertrauen
2.Drohung mit Selbstvertrauen
3.Selbstsichere Haltung (Alphawölfe)
4.Normale Haltung
5.Drohend, aber unsicher
6.Normale Haltung, z.B. bei der Nahrungsaufnahme
7.Entmutigung
8.Drohung, Verteidigungsbereitschaft
9.Aktive Unterwerfung, Schweifwedelnd
10.Totale Unterwerfung (Omegawölfe)

Quelle:http://www.noiw.net
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