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 Ökologie, Gefährdung und Schutz

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Tini
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BeitragThema: Ökologie, Gefährdung und Schutz   Do Feb 05, 2015 7:45 pm

Bejagung und Ausrottungstendenzen:

Bereits seit dem Mittelalter wurde dem Wolf vor Allem in Europa weitflächig nachgestellt. Maßgebend war die hysterische Furcht vor dem Wolf und, damit einher gehend, der Hass auf ihn. Dies war jedoch nur in wenigen Einzelfällen begründet, in denen Menschen vom Wolf angefallen oder Tollwut übertragen wurde. In England wurde der Wolf bereits im 16. Jahrhundert ausgerottet. Im 17. Jahrhundert war die Art auch in Irland verschwunden, im 18. Jahrhundert auch in Schottland. 1870 stand der Wolf auch im westlichen Europa, insbesondere in Frankreich, vor der Ausrottung und es überlebten nur wenige Exemplare. Nur wenig verfolgt wurde der Wolf zunächst in großen Teilen des russischen Reiches und in den Hochgebirgen Europas. Vor allem die niedrige Bestandsdichte und die verschwiegene Lebensweise sicherte den Wölfen zunächst das Überleben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Wolf in weiten Teilen Europas verschwunden. Nur in den östlichen Regionen Europas gab es noch halbwegs stabile Populationen. Die massenhafte Abschlachtung von Wölfen machte jedoch nicht an den Grenzen Europas Halt. Auch in Nordamerika setzte sich die Vernichtung der Wolfspopulationen fort.

Heute ist der Wolf nur noch in einem Prozent des ehemaligen Verbreitungsgebietes anzutreffen. In den anderen Regionen (99%) wurde der Wolf vom Menschen ausgerottet (Mesch, 1970). Der Niedergang in Nordamerika begann bereits mit der Besiedlung Nordamerikas durch die ersten europäischen Einwanderer. Bis zu diesem Zeitpunkt lebte der Wolf in Nordamerika in Einklang mit der Natur und auch in Einklang mit den Ureinwohnern. Mit Erschließung großer Landareale wurden wildlebende Huftiere nach und nach durch Nutzvieh verdrängt. Der Wolf reagierte darauf natürlich und änderte seine Nahrungsgewohnheiten - er machte sich über das Nutzvieh der Menschen her. Der Schaden, den der Wolf im Folgenden der Viehwirtschaft zufügte, war letztlich der Hauptgrund für den Beginn seiner Verfolgung. Sie begann bereits in den frühen 1630er Jahren und setzte sich bis ins Industriezeitzalter fort. Ende des 20. Jahrhunderts war der Wolf in den USA fast völlig ausgerottet. Die letzten Zufluchtsstätten waren die Gebirge in den westlichen US-Bundesstaaten. Aber auch hier leben heute keine oder nur noch wenige Wölfe. In Kanada war aufgrund der deutlich geringeren Entwicklung der Viehwirtschaft der Kampf gegen den Wolf weniger erbittert. Dennoch war auch in Kanada lange Zeit das oberste Ziel, den Wolf auszurotten. Erst in den 1950er Jahren traten die ersten staatlichen Programme zur Populationssteuerung auf den Plan.

Vor Allem in den USA und in Kanada war der Prozess der Änderung des Verhältnisses zwischen Mensch und Wolf kompliziert und langwierig. Es spiegelt sich darin nämlich die Veränderung der Anschauungen über die natürliche Umwelt insgesamt und die Entwicklung von Konzeptionen zum Schutze wildlebender Tiere wie dem Wolf wider. Ähnlich wie in Europa wurden wildlebende Tiere noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts in "gute" und "schlechte" Tiere eingeteilt. Lange Zeit war man der Meinung, dass ein Raubtier, welches ein anderes, für den Menschen nützliches Tier tötete, vernichtet werden müsse. Trotzdem war der Schaden, den der Wolf in der Viehwirtschaft anrichtete, immer nur unerheblich und unbedeutend. Bei der Veränderung des Verhältnisses zum Wolf spielten in der jüngeren Vergangenheit in erster Linie zahlreiche populärwissenschaftliche Publikationen eine große Rolle. Eingehende Untersuchungen zur Ökologie des Wolfes zeigen ihn in einem neuen Licht. Die staatlichen Programme gerieten unter Beschuss, da sie weder biologisch noch ökologisch gerechtfertigt werden konnten. Heute steht der Wolf besonders in den National- und Provinzialparks unter Schutz.

Heutige Bestandslenkung:


Erst in den letzten Jahrzehnten haben sich Maßnahmen zur Bestandslenkung und zur Steuerung der Populationsstruktur durchgesetzt. In der Vergangenheit hat man den Wolf als vermeintlich schädlichen Räuber verfolgt und lokal an den Rand der Ausrottung gebracht oder gar regional ausgerottet. Erst seit den 1930er Jahren wurden die ersten Stimmen laut, die Schutzmaßnahmen für den Wolf forderten und die Vorstellung von der „absoluten Schädlichkeit“ wurde revidiert. Einige Forscher wie Murie (1944) oder Errington (1946) lieferten nicht zu widerlegende Beweise für die Nützlichkeit des Wolfes in einer wenig gestörten Natur. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts änderte sich durch grundlegende Maßnahmen das Verhältnis des Menschen zur Flora und Fauna, insbesondere zur Erhaltung der Tierwelt. Es folgten auch zahlreiche und gründliche Untersuchen der Ökologie des Wolfes und der Wechselbeziehungen zu großen Huftieren.

Es verwundert nicht, dass diese Untersuchungen die Haltlosigkeit der jahrhundertelang betriebenen Ausrottung des Wolfes wissenschaftlich untermauert haben. Der Zustand der einzelnen Populationen oder Unterarten des Wolfes ist in der Welt äußerst different. Auch das Verhältnis des Menschen zum Wolf ist in den einzelnen Regionen durchaus unterschiedlich. In den Ländern, wo der Wolf unmittelbar vor der Ausrottung steht, werden umfangreiche Schutzmaßnahmen ergriffen und der Wolf wird streng geschützt. In asiatischen Ländern ist über den Zustand und Schutzmaßnahmen der Art so gut wie nichts bekannt. In einigen Regionen hat der Wolf den Status eines jagdbaren Wildes. Dies ist beispielsweise in Kanada der Fall. Eine Abschussprämie wird jedoch nicht mehr gezahlt und der Einsatz von Giftködern ist verboten. In Kanada wurde das Prämiensystem durch staatliche Programme zur Bestandsregulierung unter Mitwirkung hauptamtlicher Mitarbeiter abgelöst. Die Kontrolle über die Wolfspopulationen wurde dadurch deutlich effektiver. Es wurden große Areale geschützt und in Nationalparks umgewandelt. Bejagt werden durfte der Wolf nur noch durch die indigenen Ureinwohner.

Die Maßnahmen zur Lenkung des Wolfsbestandes umfassen in Kanada:

-Bei Verlusten an Haus- und Weidevieh durch den Wolf wird den Besitzern eine Entschädigung gezahlt und der Staat leistet Unterstützung bei der Dezimierung oder Ausmerzung synanthroper Wölfe.
Die Synanthropie (gr.) bezeichnet die Anpassung einer des Wolfes an den menschlichen Siedlungsbereich.
-Bei Abnahme der Huftierpopulation erfolgt eine Regulierung des Wolfsbestandes.

Die zuletzt genannte Maßnahme gilt jedoch als umstritten. Nicht wenige Forscher glauben, dass der regulierende Eingriff durch Bestandsminderung des Wolfe zum Zwecke der Bestandserhöhung von Huftieren ethisch nicht vertretbar ist. Alle Fälle der Bestandszunahme von Huftieren und anderen Beutetieren allein der Wolfsbekämpfung zuzuschreiben, ist jedoch nicht begründet, da noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Mittlerweile hat sich diese Meinung auch bei den Verwaltungen durchgesetzt. Heute kommt es in Kanada nur noch begrenzt zu einer Regulierung des Wolfsbestandes.

Die Strategie zum Schutz und zur Bestandslenkung des Wolfes umfassen in Kanada folgende Schwerpunkte:

-Es erfolgt eine Einschätzung, ob die existierenden Reservate ausreichend sind und die Schaffung neuer Areale Sinn macht. Dadurch sollen vorhandene Lücken im System geschlossen werden.
-Aufklärung der Bevölkerung. Die Aufklärung spielt eine entscheidende Rolle bei der Erklärung der Natur des Wolfes.
-Einstufung des Wolfes als Pelztier oder jagdbares Wild außerhalb der Reservate.
-Unterstützung mittel- und langfristiger Forschungsprogramme in den verschiedenen Landschaftsformen.

In anderen Ländern, in denen größere und lebensfähige Wolfspopulationen vorkommen, wird der Wolf zum Teil intensiv bejagt. Dies ist in Russland und in weiten Teilen Asiens der Fall. Meist werden auch heute noch für die Erlegung eines Wolfes Prämien bezahlt. In Europa endete die Bejagung in der weit reichenden Ausrottung der Wölfe. Insgesamt lassen sich grundlegende Unterschiede hinsichtlich der Stellung des Menschen zum Wolf zwischen der Alten und Neuen Welt feststellen. Die Bestandslenkung wird in den einzelnen Ländern höchst unterschiedlich gelöst und endet nicht selten in der völligen Ausrottung. Auf der anderen Seite scheinen Programme zu Rettung und Erhaltung des Wolfes in einigen Ländern nicht zu fruchten. Nicht selten treffen diese Programme auf heftigen Widerstand von Viehzüchtern, Bauern und Jagdverbände. Konflikte bleiben daher nicht aus. Das Wolfsmanagement bleibt wohl auch in Zukunft eine widersprüchliche Frage, da die Rolle eines Raubtieres in einer Volkswirtschaft und in der freien Natur doch sehr kompliziert ist.

Bestandsregulierung:

Wölfe werden in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes auch heute noch gejagt. Sie werden vor Allem in Russland und den ehemaligen sowjetischen Republiken bei Treibjagden und vom Hubschrauber oder Flugzeug aus getötet. Insbesondere in Jahren mit einer geringen Bestandsdichte bilden Welpen, die aus dem Bau herausgeholt werden, rund die Hälfte aller getöteten Wölfe. Erst danach kommen adulte Tiere, die durch Giftköder oder Schlagfallen ums Leben kamen. Im Jahre 1985 wurden in der ehemaligen Sowjetunion (UdSSR) rund 18.000 Wölfe getötet. Aus anderen Regionen des Verbreitungsgebietes liegen keine verlässlichen Zahlen vor. Mittlerweile setzt sich jedoch die Erkenntnis durch, dass der Wolf für den Menschen keine Gefahr darstellt.


Quelle: Tierdoku.de
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