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 Fortpflanzung

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Tini
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BeitragThema: Fortpflanzung   Do Feb 05, 2015 7:39 pm

Allgemeines:

Der Wolf erreicht die physische Geschlechtsreife im Alter von zwei Jahren. Es sind jedoch auch Fälle bekannt, dass Weibchen bereits zu Beginn des zweiten Lebensjahres Nachwuchs zur Welt gebracht haben; das ist jedoch nicht die Regel. Bei einjährigen Weibchen ist nämlich der Geschlechtsapparat noch nicht voll entwickelt. Der Uterus (Gebärmutter) und die Uterushörner (Cornua uteri) sind dünn und anämisch, also nur schwach mit Blutgefäßen durchzogen. Zwar sind die Blutgefäße vorhanden, sie sind jedoch noch sehr fein und auch die Drüsenschicht ist nur wenig entwickelt. Mit beginnender Geschlechtsreife vollziehen sich vor Allem in den Ovarien deutliche Veränderungen. Es ist vor Allem die Zunahme der wachsenden Ovarialfollikel (Folliculus ovaricus) zu erkennen. Die Ovarialfollikel weisen eine Größe von 400 bis 500 µm auf. Die deutlichsten histologischen Veränderungen der Fortpflanzungsorgane zeigen sich in dem 21. Lebensmonat. Dies ist auch der Zeitpunkt, wenn die Wölfinnen in Hitze kommen. Die Scheidenschleimhaut verdickt sich, die Drüsenschicht wächst deutlich an und es kommt zu einer leichten Hyperämie im Uterus. Letzteres entspricht einem übermäßigen Blutangebot im Organ. Zu diesen Zeitpunkt haben sich die Ovarialfollikel im Uterus zu einer Größe von etwa 1,5 Millimeter entwickelt. Bei alten Weibchen treten die Veränderungen bereits einen Monat vor der Hitze ein. Die Hitze erstreckt sich über 9 bis 14 Tage. Die später einsetzende Hitze bei jungen Weibchen stellt eine Anpassung dar, die sicherstellt, dass ein junges Weibchen gedeckt werden kann, wenn ein altes Weibchen umkommt. Kommen beide Alttiere, also das Alphapärchen, um, so übernehmen die zweijährigen Tiere deren Stellung in der Familie. Durch diese Anpassung wird das Reproduktionspotential praktisch nicht verringert. Innerhalb eines Rudels kann sich nur das Alphaweibchen fortpflanzen. Dies ist eine adaptive Besonderheit oder ein Autoregulationsmechanismus, der das Anwachsen eines Rudels beschränkt. Sollte es dennoch zu einer Schwangerschaft und Geburt bei einem rangniedrigen Weibchen kommen, so wird der Nachwuchs vom Alphaweibchen getötet.

Paarungszeit:

Die Paarungszeit variiert je nach geografischer Breite, der Phänologie und der Länge des Tages. Die Phänologie (gr. phainómenon = "Erscheinung" und -logie) beschreibt die im Jahresablauf periodisch wiederkehrende Entwicklungserscheinungen in der Natur. In südlichen Regionen (44. bis 48.° nördlicher Breite), wie etwa dem Kaukasus oder Mittelasien, beginnt die Paarungszeit durchaus schon im Dezember. Anfang Januar beginnt die Paarungszeit zwischen dem 48. und 54.° nördlicher Breite. Noch weiter im Norden, also in den subarktischen Regionen, beginnt die Paarungszeit entsprechend später. In Nordamerika korrespondieren die Paarungszeiten mit denen in Eurasien. Die Hauptpaarungszeit erstreckt sich über rund zwei bis drei Monate. Die Länge der Paarungszeit richtet sich im Wesentlichen nach der Altersstruktur im Rudel. Überwiegt die Anzahl der Alttiere, dann beginnt die Paarungszeit früher und findet innerhalb einer kürzeren Zeitspanne statt. Sind die fortpflanzungsberechtigten Fähen (weibliche Wölfe) erst im zweiten Lebensjahr, so zieht sich die Paarung in die Länge und verlagert sich mitunter auf spätere Termine. Zur Verkürzung der Paarungszeit können auch geografische Besonderheiten beitragen. Dies ist beispielsweise im Hochgebirge, in den subarktischen oder auch ariden Regionen der Fall. Die Fruchtbarkeit der Wölfe liegt nach Mesch (1974) zwischen 4 und 6,5 Welpen. Nachgewiesen sind jedoch auch kleinere oder deutlich größere Würfe mit bis zu siebzehn Welpen. Zu solch großen Würfen kommt es jedoch nur äußerst selten. Die Wurfgröße richtet sich hauptsächlich nach dem Alter des Weibchens. Bei zweijährigen Wölfen sind die Wurfgrößen rund 1,0 bis 1,5 Welpen niedriger als bei Altwölfinnen. Im Alter nimmt die Fruchtbarkeit wieder ab. Die Unterschiede der Fruchtbarkeit in den einzelnen Wurfjahren einer Wölfin ist mit 1 bis 2 Welpen relativ gering. Ähnlich sieht es mit der Embryonalsterblichkeit aus: auch diese ist beim Wolf eher als gering einzuschätzen. Die Jungensterblichkeit ist hingegen deutlich höher. Im ersten Lebensmonat liegt die Sterblichkeit zwischen 4 und 18 (11) %. Im Hochgebirge liegt die durchschnittliche Mortalität im gleichen Zeitraum mit durchschnittlich 16% noch höher. Im ersten Lebensjahr beträgt die Mortalität annähernd 60%.

Trächtigkeit, Wurf und Entwicklung:


russischer Wolfswelpe

Die Tragezeit erstreckt sich, je nach Unterart, Verbreitungsgebiet, aber auch je nach Autor, auf einen Zeitraum von 62 bis zu 75 Tagen. Der Wurf wird in einer Höhle zur Welt gebracht. Sie wird entweder selbst gegraben, von anderen Tieren übernommen oder es wird auf natürliche Höhlen zurückgegriffen. Die Welpen sind bei der Geburt taub und blind. Ihr Geburtsgewicht liegt zwischen 300 und 500 Gramm. Sie sind bereits bei der Geburt mit einem feinen, dunkel gefärbten Fell versehen. Die Augen öffnen die Welpen erstmals gegen Ende der zweiten Lebenswoche. Zu Beginn der dritten Lebenswoche stellt sich das Gehör ein. Kaum eine Woche später verlassen die Jungen erstmals zu kurzen Erkundungen die Erdhöhle. Die Säugezeit erstreckt sich über 42 bis 56 Tage. In der ersten Zeit wird der Nachwuchs mit hochgewürgter Nahrung versorgt. Das bleibende Gebiss stellt sich zwischen dem fünften und sechsten Lebensmonat ein. Ausgewachsen sind Jungwölfe gegen Ende des ersten Lebensjahres.



Geschlechterverhältnis:

Das Geschlechterverhältnis ist bei den Welpen in allen Verbreitungsgebieten nahezu 1:1. Oftmals überwiegen jedoch Rüden leicht. Das belegen Studien aus den 60er und 70er Jahren im mittelasiatischen Hochgebirge des Altai im Grenzgebiet von Kasachstan, Sibirien (Russland), der Mongolei und Xinjiang in China (Bondarev, 1979). Danach schwankte der Anteil der Rüden unter den Welpen in der Ebene und in den Vorgebirgen zwischen 44,2 und 58,1%. Im Hochgebirge, wo die Wolfsdichte wesentlich geringer ist als in der Ebene, überwogen konstant die Wölfinnen. Ähnliche Zahlen lassen sich auch in Nordamerika nachweisen. Dort war der Anteil der Rüden unter den Welpen in den einzelnen Jahren größer als der der Wölfinnen oder annähernd gleich. In den nördlichen USA, insbesondere in Minnesota, liegt der Anteil der Rüden bei einer hohen Populationsdichte bei etwa 66% (Mesch, 1975). Es konnte zudem festgestellt werden, dass der Wölfinnenanteil in reduzierten Populationen größer ist, doch sind die Unterschiede nach Mesch nicht signifikant.



Populationsstruktur und räumliche Struktur:

Die räumliche Verteilung der Populationen hängt zum Einen von der Territorialität, vom Charakter der sozialen Kontakte innerhalb eines Rudels oder Familienverbandes und zwischen den Rudeln, zum Anderen von der allgemeinen Bestandshöhe ab. Darüber hinaus können auch landschaftsbedingte und tropische und anthropogene Faktoren eine Rolle spielen. In den meisten Verbreitungsgebieten, insbesondere in Eurasien und in Nordamerika, besteht eine Abhängigkeit zwischen der Zahl der Rudel und der Kapazität eines Gebietes in einer bestimmten Landschaft. Die Populationsdichte ist insbesondere in der Waldzone und in der Waldsteppe am höchsten, demgegenüber in der Tundra oder Taiga und in der Wüste am niedrigsten. Die Kapazität eines Gebietes hängt im Wesentlichen vom Landschaftstyp ab, jedoch auch vom Vorhandensein sicherer Baue und einer ausreichenden Nahrungsbasis. Die Bestandsdichte liegt in der Tundra beispielsweise bei 3.000 bis 10.000 km² je Familie. Unter optimalen Bedingungen teilen sich in der Waldzone fünf bis sechs Rudel etwa 1.000 km².

In Regionen mit einer optimalen Nahrungsbasis kann eine Bestandsdichte von mehr als 100 Wölfen je 1.000 km² erreicht werden. Nach Mesch (1977) steht das Verhältnis der räumlichen Struktur der Population im Kontext der Bestandserhaltung der Huftiere, die als Beute der Wölfe dienen. Zwischen den Revieren einzelner Rudel liegen nach seiner Ansicht üblicherweise Pufferzonen mit Ausmaßen von zwei bis drei Kilometern. Diese Zonen werden von Tieren mehrerer Rudel nur kurzfristig aufgesucht. Das Hauptziel dieser Besuche ist immer die Markierung und das Setzen von Duftmarken. Durch die kurzfristigen Besuche werden Konfrontationen zwischen den Rudeln minimiert. Die Grenzen der eigenen Reviere werden vor Allem dann nicht überschritten, wenn eine ausreichende Nahrungsbasis vorhanden ist.


Quelle: Tierdoku.de
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