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Tini
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BeitragThema: Ernährung   Do Feb 05, 2015 7:34 pm

Nahrung:

Als Raubtier (Carnivora) ernähren sich Wölfe fast ausschließlich von Fleisch und Aas. Spezialisierte Nahrungsbedingungen sind nicht zu erkennen, jedoch stehen Huftiere (Ungulata) weit oben auf der Speisekarte. Regional können auch kleinere Säugetiere (Mammalia) wie Murmeltiere (Marmota), Hasen (Leporidae), Biber (Castor) eine große Rolle spielen. Hamster- und Mäuseartige (Muroidea) werden darüber hinaus in allen Verbreitungsgebieten nicht außer Acht gelassen. So dienen in mäusereichen Jahren insbesondere Wühlmäuse (Arvicolinae) und Lemminge (Lemmus) als wichtige Nahrungsgrundlage. Neben Säugetieren in allen Größen werden auch Vögel (Aves) wie beispielsweise Hühnervögel (Galliformes) und Gänsevögel (Anseriformes). Andere Tiere wie Kriechtiere (Reptilia), Lurche (Amphibia) oder auch Knochenfische (Osteichthyes) werden eher selten gefressen. Die zuletzt genannten Tierklassen können jedoch jahreszeitlich eine gewisse Bedeutung als Beutetiere erlangen. Jungtiere, die bereits die nähere Umgebung des Unterschlupfes erkunden können, erjagen bereits die ersten Insekten (Insecta). Käfer (Coleoptera) und Heuschrecken (Orthoptera) werden besonders gerne gefressen.


Beliebtes Beutetier: das Rentier (Rangifer tarandus)

Je nach Verbreitungsgebiet oder auch je nach Population kann es zu einer mehr oder weniger engen Nahrungsbindung kommen. In diesen Fällen haben sich Wölfe auf ein enges Spektrum an Beutetieren spezialisiert. Wölfe spezialisieren sich dabei besonders auf leicht erreichbare Beutetiere. Weit oben auf der Speisekarte stehen bei den meisten Populationen jedoch größere Huftiere (Ungulata) wie Elche (Alces alces), Wildschwein (Sus scrofa), Rothirsch (Cervus elaphus) oder Europäische Rehe (Capreolus capreolus). In den Hochgebirgssteppen Asiens bilden auch Paarhufer (Artiodactyla) wie die Saiga (Saiga tatarica) eine bedeutende Nahrungsgrundlage.

Amerikanische und Eurasische Wölfe weisen ein ähnliches Grundschema bei der Nahrungszusammensetzung auf. In Nordamerika bilden der Maultierhirsch (Odocoileus hemionus), der Elch (Alces alces), der Rothirsch (Cervus elaphus), das Rentier (Rangifer tarandus), das Dall-Schaf (Ovis dalli), das Dickhornschaf (Ovis canadensis), die Schneeziege (Oreamnos americanus), das Wildschaf (Ovis orientalis), der Kanadische Biber (Castor canadensis), Ziesel (Spermophilus) und der Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus) die Hauptnahrung. Biber können vom Wolf jedoch nur gerissen werden, wenn sie das Wasser verlassen.

In Eurasien sind Beutetiere in der Regel Rentiere, Elche, der Sikahirsch (Cervus nippon), der Polarfuchs (Vulpes lagopus), der Rotfuchs (Vulpes vulpes), Schneehasen (Lepus timidus), Mäuse (Mus), Arktische Erdhörnchen (Spermophilus parryii), Wühlmäuse (Arvicolinae), Murmeltiere (Marmota), Lemminge (Lemmus), das Moorschneehuhn (Lagopus lagopus) und das Alpenschneehuhn (Lagopus mutus). An den Küsten stehen auch Echte Hundsrobben (Phoca) wie Seehunde (Phoca vitulina) auf der Speisekarte.

Neben der tierischen Kost in Form von Fleisch und Aas benötigen Wölfe Spurenelemente und Vitamine. Diese werden meist über pflanzliche Kost oder über Pflanzen fressende Beutetiere zu sich genommen. Kotanalysen haben in Russland ergeben, dass Wölfe neben grünen Pflanzenteilen auch Waldfrüchte und Beeren sowie Sämereien zu sich nehmen. Vor allem Beeren scheinen für einige Wolfspopulationen eine vollwertige Nahrung darzustellen. Hier sind insbesondere Blaubeeren (Vaccinium myrtillus), Vogelbeere (Sorbus aucuparia), Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea), Brombeeren (Rubus Rubus), Hunds-Rose (Rosa canina), Früchte der Ölweiden (Elaeagnus) und des Schneeballes (Viburnum), Früchte der Weißdorne (Crataegus) und der Rotbuche (Fagus sylvatica), Maulbeeren (Morus) und zahlreiche andere Früchte und Beeren zu nennen. In nördlichen Regionen liegt der Anteil pflanzlicher Nahrung nach Kaleckaja bei rund 6%, in südlichen Regionen hingegen bis zu 12%. Lokal werden jahreszeitlich bedingt sogar bis zu 88% an Beeren und Früchten gefressen.

Nahrungsbedarf:

Im Zusammenhang mit dem Wolf spricht man üblicherweise von einem gefräßigen Raubtier. In der Regel sind derartige Angaben übertrieben und zeichnen ein falsches Bild vom Wolf. Die überhöhten Angaben über die Gefräßigkeit des Wolfes sind entstanden, weil Jäger bei der Berechnung der Fleischaufnahme von der Beurteilung der Beutereste ausgingen. Unberücksichtigt blieb dabei, dass ein Beutetier meist von mehreren Wölfen gefressen wird oder Teile der Beute versteckt werden. Aufgrund der sehr beweglichen Lebensweise wäre ein Wolf gar nicht in der Lage, große Mengen an Fleisch aufzunehmen, ohne die Mobilität zu verlieren. Der Organismus würde bei großen Nahrungsmengen überlastet werden. Neuere Untersuchungen zu Folge weist die durchschnittliche Nahrungsmenge zwei Kilogramm pro Tag auf. In seltenen Einzelfällen konnte jedoch sechs bis neun Kilogramm nachgewiesen werden. Über ein ganzes Jahr gesehen, vor Allem unter Berücksichtigung der Hungerperioden im Winter, nimmt ein Wolf durchschnittlich kaum ein Kilogramm an Nahrung pro Tag zu sich. Die geringste Nahrungsmenge nehmen einzelgängerisch jagende Wölfe zu sich, die größte Nahrungsmenge entfällt auf gemeinsam jagende Wölfe. Man geht davon aus, dass einzelgängerisch jagende Wölfe rund 25% weniger an Nahrung zu sich nehmen.

Von einem Beutetier verwertet der Wolf im Grunde alle Körperteile. Selbst das Fell, die Knochen und auch die Innereien werden gefressen. Dies trifft auch auf frisch gerissene Beute zu, mehr sogar noch auf Aas. In der Regel wird ein Beutetier, besonders größere Huftiere, nicht vollständig gefressen, da selbst ein Rudel damit überfordert wäre. Zudem tragen nicht selten andere Raubtiere (Carnivora) oder Vögel (Aves) Kadaverteile fort. Ähnliches gilt für Beuteteile, die ein Wolf versteckt. Oftmals werden diese Verstecke von anderen Räubern geplündert. In vielen Fällen kommen Wölfe auch nicht dazu, ein Beutetier völlig zu verzehren, da insbesondere in der Nähe des Menschen immer mit Störungen zu rechnen ist. Wird ein Wolf jedoch nicht gestört, so verbleibt er in der Nähe der Beute, bis sie vertilgt ist. Ein ausgehungerter Wolf schlingt nicht selten große Mengen an Fleisch in sich hinein. Es kommt vor, dass dieser Wolf Teile der Nahrung anschließend wieder hochwürgt. Diese Fleischbrocken dienen später dann der Ernährung und werden zwischenzeitlich in einem Versteck deponiert. Das Gewicht solch hochgewürgter Fleischbrocken konnte Semenov (1979) auf zwei bis sechs Kilogramm beziffern.

Wenn man über die Verluste an Wildtieren durch den Wolf nachdenkt, so muss man berücksichtigen, dass nicht alle gefundenen Reste im Magen des Wolfes von frisch gerissenen Wildtieren stammen müssen. Eine sehr wichtige Nahrungsquelle der Wölfe ist nämlich Aas. Vor Allem während der längeren Hungerperioden nehmen Wölfe überwiegend Aas oder auch Abfälle zu sich. Dies gilt insbesondere für einzelgängerisch jagende Wölfe. Aas fällt hauptsächlich durch natürliche Verluste unter den Wildtieren an, aber auch durch das Einwirken des Menschen oder durch das Ablegen von Nahrungsvorräten der Wölfe. Zu den Gründen der natürlichen Verlustgründe gehören Verluste durch Krankheiten, Alter und Verletzungen. Zu größeren Verlusten kommt es während des Winters stärker als in den wärmeren Jahreszeiten. Aas wird nicht immer zeitnah zu dessen Tod von Wölfen und anderen Raubtieren gefunden. Vielfach wird Aas erst gegen Ende des Winters während der Schneeschmelze freigelegt und beschert Wölfen einen reich gedeckten Tisch. In diese Zeit fällt auch die Wurfzeit der Fähen. Während dieser Zeit ist der Wolf hauptsächlich ein Aasfresser.


Quelle: Tierdoku.de
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