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 Lebensweise und Verhalten

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Tini
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BeitragThema: Lebensweise und Verhalten   Do Feb 05, 2015 7:06 pm

Sowohl die Verhaltensweise als auch das Kommunikationsvermögen des Wolfes sind hoch entwickelt. Dies ist auch notwendig, da das Leben im Rudel präzise wirkende Mittel zur Regelung der Beziehungen untereinander erfordert. Dies betrifft auch die Jagd auf größere Beutetiere wie beispielsweise Huftiere, die nur in gemeinschaftlicher Arbeit gerissen werden können.


Weist ein ähnlich hoch entwickeltes Sozialsystem auf: der Afrikanische Wildhund (Lycaon pictus)

Es verwundert daher nicht, dass der Wolf innerhalb der Familie der Hunde (Canidae) das am höchsten entwickelte Gehirn aufweist. Gleiches gilt für die komplizierte soziale Organisation innerhalb eines Rudels sowie für das hoch entwickelte Jagdverhalten. Eine ähnlich hohe Entwicklungsstufe erreicht nur der Afrikanische Wildhund (Lycaon pictus). Die Differenzierung innerhalb einer Population im Verbund mit der Plastizität des Verhaltens ermöglicht die Anpassung an die verschiedenen Lebensräume und Ökosysteme. Aber auch die unterschiedlichen Einflüsse, die vom Menschen ausgehen, beeinflussen das Verhalten des Wolfes. Man kann Wolfspopulationen in 2 Gruppen einteilen.

Dies sind zum einen Populationen in wenig oder nicht gestörten Landschaften, zum anderen Populationen in anthropogen beeinflussten Landschaften. Die erste Gruppe lebt üblicherweise in schwer zugänglichen Regionen und hat keinen Kontakt zum Menschen oder meidet strikt die Nähe zum Menschen. Die zweite Gruppe sucht die Nähe zum Menschen und ernährt sich in deren Nähe von Abfällen, Aas und gerissenen Haustieren. Ihr Verhalten kann als synanthrop bezeichnet werden (Synanthropie bezeichnet die Anpassung einer Tierart an den menschlichen Siedlungsbereich). Die Grundlage für diese Divergenz ist die Inhomogenität der Population hinsichtlich der genetisch determinierten Ausprägung des Abwehrverhaltens gegenüber dem Menschen. Ein besonderes differenziertes Verhalten weisen Wölfe auch gegenüber Haushunden auf. Hunde sind entweder bevorzugte Beute oder aber ein Partner zwecks Erhaltung der Art durch Bastardisierung (Hybridisierung). In den folgenden Unterkapiteln wird speziell die Verhaltensweise untereinander und dem Verhalten gegenüber anderen Tieren und dem Menschen untersucht.

Soziale Organisation der Rudel:

Der Wolf weist spezifische Züge des Verhaltens bei der Fortpflanzung, bei der Regelung von Wechselbeziehungen mit Artgenossen und anderen Tieren und beim Nahrungserwerb auf. Er ist an der Regulierung der Natur in zahlreichen Lebensräumen der Holarktis beteiligt. Die soziale Organisation und das Verhalten innerhalb der Art hängen eng miteinander wechselseitig zusammen. Es besteht ein eindeutiges Informations- und Kommunikationssystem, das auf visuelle, akustische und olfaktorische Reize basiert. Innerhalb der Familiengruppen, die auch als Rudel bezeichnet werden, hat jedes Individuum eine klar definierte Stellung. Visuell kommunizieren Wölfe durch die Körperhaltung, die Mimik und die allgemeine Bewegung. Die visuelle Kommunikation ist stark entwickelt und ist speziell für die Aufrechterhaltung der hierarchischen Ordnung innerhalb eines Rudels wichtig und basiert auf ritualisierte Formen des agonistischen (Agonismus von griech. agonistikos = kämpferisch) Verhaltens. Die visuelle Kommunikation geht hauptsächlich vom Kopf aus. Die Mimik wird im Gesicht durch Kontraktion der Gesichtsmuskulatur bewirkt, aber auch durch die Veränderung der Form der Schnauze sowie durch die Bewegung der Augen, der Ohren, der Nase und der Lippen. Insgesamt wird so ein hoher Grad von Ausdrucksfähigkeit erreicht.

Vor allem in agonistischen Situationen spielen eine leicht geöffnete mit freiliegenden Zähnen, in Verbindung mit gerunzeltem Nasenrücken, eine aufgeblähten Nase und nach vorne gerichtete Ohren eine wichtige Rolle. Der dem entgegengesetzte Gemütszustand, also Unterwerfung oder Furcht, ist durch ein geschlossenes Maul mit zurückgezogenen Mundwinkeln, angelegten Ohren, leicht zugekniffenen Augen gekennzeichnet. Der Gemütszustand oder der Rang eines Wolfes ist auch über die Schwanzhaltung erkennbar. Der Schwanz hängt im Ruhezustand locker herunter. Ein drohender Wolf trägt seinen Schwanz oberhalb der Rückenlinie, nicht selten sogar senkrecht empor gestreckt. Durch das Sträuben der Haare wirkt der Schwanz deutlich buschiger. Im Rang niedriger Tiere halten den Schwanz sehr tief, meist sogar zwischen den Beinen eng angelegt. Es treten mitunter auch freie Schwanzbewegungen auf. Hierbei ist vor allem die Schwingungsweite und die Frequenz von Bedeutung. Schwanzwedeln ist besonders bei sozialen Kontakten zu beobachten, die auf Freundschaft beruhen. Bei Begrüßungen ist die Frequenz des Schwanzwedelns besonders hoch.

Informationen über Gerüche werden durch die olfaktorische Kommunikation übermittelt. Der Geruchssinn ist beim Wolf besonders gut entwickelt und spielt bei der geruchlichen Prüfung eines Partners oder beim Absetzen von Geruchsmarkierungen eine große Rolle. Ein Rüde kann über den Geruchssinn genau die Hitze einer Fähe bestimmen. Dies erfolgt hauptsächlich über den Urin. Darüber hinaus reagieren Rüden auch auf vaginale Ausscheidungen der Fähen. Die Aufnahme der Gerüche erfolgt durch Beschnuppern von Anal- und Vaginalbereich. Die allgemeinen Geruchsmarkierungen im Revier dienen dazu, benachbarten Wölfe zu signalisieren, dass ein Revier besetzt ist. Bei territorial nicht gebundenen Wölfen spielt das Markierungsverhalten jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Eine Verstärkung dieses Verhaltens ist nur während der Ranzzeit zu beobachten. Zur akustischen Kommunikation gehören Bellen und Heulen.

Beide Grundtypen dienen zudem der Fernsignalgebung. Durch Bellen wird innerhalb eines Rudels Alarm geschlagen oder ein fremder Wolf wird gewarnt. Junge Wölfe erlernen das Bellen bereits im ersten Monat, das Heulen erst deutlich später. Besonders charakteristisch für Wölfe ist jedoch das Heulen. Es ist darüber hinaus auch für die anderen Vertreter der Wolfs- und Schakalartige (Canis) typisch. Das Heulen weist keinen Dimorphismus zwischen den Geschlechtern auf, ist jedoch individuell höchst verschieden. Die Hauptzeit, in der das Heulen zu hören ist, liegt üblicherweise zwischen Beginn der Dämmerung und den frühen Morgenstunden. Die Laute dienen zum einen der Kommunikation untereinander, zum anderen aber auch der Reviermarkierung.
Das Rudel ist zentraler Bestandteil im Leben der Wölfe und ist durch das effektive Zusammenwirken aller Rudelmitglieder ein nützliches Instrument für die Jagd auf größere Beutetiere wie beispielsweise Huftiere. Bei größeren Rudel ist eine zeitweise Unterteilung in mehrere Untergruppen nicht selten zu beobachten. Dies ist besonders im Sommer oft der Fall. Überhaupt unterliegt die Nutzung des Reviers deutlich jahreszeitlichen Mustern. Dazu später mehr.

Die Größe eines Rudels variiert sehr stark. Gruppen von bis zu 26 Individuen sind vor allem in Nordamerika die Regel. In den eurasischen Verbreitungsgebieten liegt die Rudelgröße meist zwischen 5 und 11 Tieren. Bei größeren Gruppen, also Gruppenstärken von mehr als 20 Tieren handelt es sich nicht selten um den Zusammenschluss mehrerer Gruppen, die in der Regel bald zerfallen. Die Rudelgröße unterliegt einem strengen Regulierungsmechanismus, der vor allem auf eine optimale Jagd in Verbindung mit einer Sättigung aller Individuen einher geht, basiert. Sowohl die Rudelgröße als auch die Reviergröße variieren stark in den verschiedenen Verbreitungsgebieten und Lebensräumen, sind jedoch in ähnlichen Habitaten immer annähernd gleich groß. Bei einer niedrigen Populationsdichte erfolgt die Zunahme durch Vergrößerung des Rudels, bei hoher Populationsdichte nimmt hingegen die Zahl der einzelgängerisch lebenden Wölfe zu. Rudel, die an besonders große Beutetiere wie dem Elch gebunden sind, weisen eine höhere Gruppenstärke auf. Mit der Reduzierung der Größe der Beutetiere sind in der Regel auch die Rudelgröße. Aufgrund dieser These kann man eine Rudelgröße von der Populationsdichte und der Größe der Beutetiere ableiten.


Kann bereits von 2 Wölfen gerissen werden: ein Rothirsch (Cervus elaphus)

Wird der Grenzwert der Rudelgröße durch neuen Nachwuchs überschritten, so verlässt ein Teil der rangniedrigeren Tiere das Rudel. Rüden wandern dabei selbständig ab, rangniedrige Fähen werden von der Alpha-Wölfin vertrieben. Die Obergrenze der Rudelgröße wird vor allem durch gegenseitige Duldung bestimmt. Die Untergrenze der Rudelgröße hängt zum Teil von der Größe der Beutetiere ab, jedoch nicht ausschließlich, denn auch eine kleines Rudel mit 2 bis 5 adulten Wölfen kann einen ausgewachsenen Rothirschen (Cervus elaphus) erlegen.

Die Integration von Gruppenmitgliedern wird durch die Hierarchie innerhalb eines Rudels gewährleistet. Von einem Rudel kann man nur dann sprechen, wenn einzelne Wölfe in das Rudel integriert sind und die Gruppe als ganzes agiert. Die Wölfe jagen nicht einfach gemeinsam, ruhen oder bewegen sich im Habitat, sondern sie handeln dabei koordiniert. Die Stabilität der Beziehungen untereinander bestimmt im Wesentlichen die Art der Nutzung der Beute und die Stellung der Gruppe innerhalb der Biozönose. Das integrierende Element eines Rudels ist das Leittier. Dies ist meist das Alpha-Männchen, seltener auch das Alpha-Weibchen. Gewöhnlich sind die hierarchischen Systeme der Fähen und Rüden in gewisser Weise voneinander unabhängig. Das Alpha-Männchen organisiert und koordiniert die Jagd, gibt das Signal zum Aufbruch und bestimmt die Richtung der Streifzüge im Revier. Auch an der Fortpflanzung sind nur die ranghöchsten Fähen und Rüden beteiligt. Vor allem bei Nahrungsmangel hat das Alpha-Weibchen das alleinige Recht auf Fortpflanzung.

Dieses Recht ist von großer Bedeutung für die Regulation der Rudelgröße. In einem stabilen Rudel gibt es neben dem Alpha-Pärchen auch noch weitere geschlechtsreife Wölfe, die dem Alpha-Pärchen untergeordnet sind und den Kern einer Gruppe bilden. Zum Kern der Gruppe gehören auch das Alpha-Pärchen. Weitere Tiere nehmen in der Regel eine periphere Stellung innerhalb des Rudels ein und sind allen anderen Wölfen untergeordnet. Bei dieser Gruppe handelt es sich um Tiere, die am ehesten die Gruppe als Einzelgänger verlassen oder sich anderen Rudeln anschließen. Die dritte Gruppe innerhalb des Rudels bilden die Jungtiere. Den sozialen Status als Jungtier behalten sie bis zum zweiten Lebensjahr bei. Erst danach nehmen sie den Rang von geschlechtsreifen Tieren an. Die Koordination der Gruppe geht grundsätzlich vom Kern der Gruppe aus. Rangniedrigere Tiere müssen sich der Kerngruppe unterordnen. Man unterscheidet bei den Rudeln zwischen Familiengruppen und Sammelgruppen. Familiengruppen sind hinsichtlich der Zusammensetzung und der Beziehungen untereinander deutlich stabiler als es bei Sammelgruppen der Fall ist.

Verhalten gegenüber Menschen und Hunden:

Die Welpen des Wolfes reagieren auf Haushunde durchaus positiv. Dies trifft jedoch nur auf die Welpenzeit zu. Mit zunehmendem Alter ändern Jungtiere ihr Verhalten gegenüber Haushunden je nach Reaktion der Altwölfe. Jungwölfe entwickeln schon früh ein Jagdverhalten auf Haushunde, falls Haushunde zu den regelmäßigen Beutetieren gehören. Es nehmen vor allem aggressive Reaktionen gegenüber Haushunden zu. Dies entspricht analog dem Verhalten gegenüber Füchsen (Vulpes) oder dem Marderhund (Nyctereutes procyonoides). Das Aggressionsverhalten der Jungwölfe bildet sich bis zum Ende des ersten Lebensjahres aus. Man geht heute davon aus, dass aggressives Verhalten des adulten Wolfes gegenüber Hunden die Regel ist. Dies ist nur dann nicht so, wenn Hunde gut bekannt sind oder als Rudelmitglied angesehen werden. Aggressives Verhalten oder Jagdverhalten kann sich jedoch im Zuge einer sozialen Isolation völlig ändern. Darüber hinaus wird die soziale Isolation unter natürlichen Bedingungen als Voraussetzung für eine Kreuzung zwischen Wolf und Hund angesehen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass bei einer normalen Populationsstruktur bestimmte Verhaltensmechanismen zur reproduktiven Isolation zwischen Wolf und Hund wirken.

Die Anpassung des Wolfes an den Menschen geht einher mit dem Verhalten des Wolfes gegenüber dem Menschen und der potentiellen Gefährlichkeit des Wolfes. Der Wolf wird seit Jahrhunderten vom Menschen verfolgt. Es verwundert nicht, dass die Tiere bei negativem Kontakt zum Menschen eine große Vorsicht und eine große Furcht dem Menschen gegenüber entwickelt haben. Wölfe, die keinen Kontakt zum Menschen haben, begegnen diesem durchaus friedlich und sogar zutraulich. Erblickt ein Wolf einen Menschen, so ruft dessen Bewegung oder Handeln beim Wolf eine Orientierungsreaktion aus, weckt also das Interesse des Wolfes. Ein Wolf kann zudem sehr gut unterscheiden, ob ein Mensch mit einem Gewehr gewaffnet ist oder nicht und löst unterschiedliche Reaktionen aus. Zu den Reaktionen gehören vor allem aktives Verteidigungsverhalten oder situationsbedingt auch passives Abwehrverhalten, wobei passives Abwehrverhalten überwiegt. In Zeiten geringer Bestandsregulierung überwiegt hingegen aktives Verteidigungsverhalten.

Die Gefährlichkeit der Wölfe für den Menschen wird meist überschätzt. Es steht jedoch außer Frage, dass tollwütige Wölfe, aber auch tollwütige Hunde und Füchse eine große Gefahr für den Menschen darstellen können. Fakt ist, dass nur von sehr wenigen Fällen von Übergriffen eines gesunden Wolfes berichtet und gleichzeitig glaubhaft belegt wird. Angriffe von Wölfen auf Menschen können in Zeiten erfolgen, in denen Nahrung knapp ist, der Wolfsbestand hoch, oder die Regulierungsmaßnahmen zu gering sind. Fehlen Regulierungsmaßnahmen, so verlieren Wölfe die Scheu vor dem Menschen. In diesen Fällen werden die aggressiven Anlagen nicht mehr durch die instinktive Furcht kontrolliert. Die meisten Angriffe von Wölfen auf Menschen wurden in den letzten 100 Jahren in den Nachkriegsjahren registriert, einer Zeit, in der Nahrung auch für den Wolf knapp war. Die Gefahr eines Angriffs durch Wölfe ist in heutiger Zeit sehr gering und setzt zudem außergewöhnliche Umstände voraus.

Verhalten bei Angriffen auf Haustiere:

Auf Haustiere oder Nutzvieh des Menschen wird vor allem auf Weideflächen, aber auch direkt im Siedlungsraum oder in Ställen zurückgegriffen. Haustiere und Nutzvieh ist für Wölfe eine meist leichte Beute, da sie keine Fluchtmöglichkeiten haben. In nördlichen Regionen haben es Wölfe auf Weidevieh besonders in den warmen Monaten abgesehen, in südlichen Regionen bei Dauerweidebetrieb auch ganzjährig. Wölfe haben es vor allem auf Kälber, Schafe, Ziegen oder Pferde abgesehen. Auch werden vor allem Tiere angegriffen, die sich von der Herde abgesondert haben. Bei kleineren Tieren, wie Schafen, wird gleich die ganze Herde angegriffen.

Nicht selten dringen Wölfe auch in den Siedlungsraum des Menschen, insbesondere in Dörfer ein. Hier machen sie Jagd auf Geflügel, aber auch auf Haushunde, Katzen, Ziegen und Ferkel. In Pferche eingesperrte Haustiere sind dabei eine leichte Beute. Wölfe haben es auch auf Wildtiere abgesehen, die in von Menschen ausgelegte Fallen geraten sind. Die ständige Vorsicht gegenüber dem Menschen prägt jedoch das Jagdverhalten des Wolfes. So dringen Wölfe meist nur in der Nacht in Dörfer ein, Raubzüge am Tage sind hingegen sehr selten. Im Siedlungsraum dringen Wölfe häufig auch in Stallungen und Wirtschaftsgebäude ein und reißen hier Haustiere oder Nutzvieh. Meist wird dabei ein unterirdischer Weg unter beispielsweise eine Bretterwand oder einen Zaun gegraben oder Wölfe dringen über Schneewehen über das Dach ein. Im letzten Fall kann es durchaus vorkommen, dass der Stall so zur Falle wird.

Jagdverhalten

Fortbewegung während der Jagd:

Unter allen Caniden sind Wölfe die vielseitigsten Jäger. Das Spektrum der Jagdmethoden variiert entsprechend dem Areal, den Jagdbedingungen und der Vielfalt der Beutetiere. Das Jagdverhalten ist in verschiedene Abschnitte unterteilt. Dies ist die Suche, das Anschleichen, das Stellen, das Hetzen, der finale Angriff und das Fressen. Vor allem bei der Jagd auf Herdentiere geht ein Absprengen einzelner Individuen eines Herdenverbandes oder einer Gruppe mit anschließender Hatz voraus. Das Jagdverhalten ist so vielseitig wie der Bewegungsablauf. Besonders typisch ist dabei ein weitgreifender und fördernder Trab. Diese Gangart zeichnet sich vor allem durch ein ruhiges Tempo und kräftige Bewegungen aus. Die länglichen Pfoten wirken als Feder und ermöglichen einem Wolf kleinere Hindernisse auch ohne Temporeduzierung zu überwinden.

Neben dem Trab bewegt sich ein Wolf häufig in einem gemäßigten Galopp. Hierbei sind die Vorderpfoten weit nach vorne gestreckt. Beim Galopp wird der Rücken völlig gerade gehalten. Nur bei einem scharfen Galopp, also beim Verfolgen eines Beutetieres, wird der Rücken leicht gekrümmt. Über längere Strecken kann ein Wolf Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h erreichen. Bei scharfem Antritt wird über kurze Strecken auch eine Geschwindigkeit von bis zu 65 km/h erreicht. Bei der Fortbewegung nutzt der Wolf geschickt die Geländestruktur sowie die vorhandenen Deckungsmöglichkeiten aus. Bereits bei jungen Wölfen sind die Anlagen für die Eigenheiten und den Rhythmus der Bewegungen vorhanden. Selbst im Spiel verfallen junge Wölfe kaum in Hektik, wie es bei anderen Arten der Caniden zuweilen der Fall ist.

Beutesuche:

Die Routen auf denen Beutetiere gesucht werden, die sogenannten Wechsel, sind beim Wolf konstant. Auf dem Wechsel sind zu bestimmten Jahreszeiten Beutetiere zu finden oder aber es treten Beutetierkonzentrationen auf. Wechsel sind durch die Wölfe traditionell angelegt und berühren nicht nur die beutereichsten Revierteile, sondern ermöglichen auch eine günstige Annäherung an die Beute. In der Regel wird ein Beutetier über die Witterung geortet, nur in seltenen Fällen über das Gehör. Wurde ein Beutetier gewittert, bleiben sie stehen, laufen unruhig hin und her und blicken in die Richtung der Beute. Bei der Beutesuche konzentrieren sich Wölfe vor allem auf die Suche nach neugeborenen Huftieren. Offensichtlich kennen Wölfe die genauen Setzzeiten und die Setzplätze der einzelnen Huftierarten. Sowohl die Zeiten als auch die Plätze weisen eine hohe Konstanz auf. Während der Setzzeit durchkämmen Wölfe gründlich das engere Gebiet und finden in der Regel die Jungtiere vor. In ähnlicher Weise werden in Küstenregionen der Polargebiete Jungtiere von Hundsrobben (Phocidae) gerissen.

Haben Wölfe ein Beutetier aufgespürt, so schleichen sie sich an und nähern sich dabei bis auf Sprungweite. Im Zuge dessen passen sich Wölfe regelrecht an das Verhalten des Beutetieres an. Ist der Moment günstig, so wird ein Beutetier angesprungen und getötet. Ein ähnliches Verhalten zeigen Wölfe auch beim Anschleichen an Biber (Castor) oder Murmeltiere (Marmota). Wölfe schleichen sich in der Regel unter Ausnutzung des Gegenwindes an. So werden sie von Beutetiere meist erst entdeckt, wenn es zu spät ist. Huftiere werden besonders gerne an Äsungsflächen oder Ruheplätzen überrascht. Nach dem Anschleichen folgt der Angriff. Er erfolgt mit einem kurzen aber kräftigen Sprung.

In der Regel wird ein Beutetier im Folgenden durch einen Biss getötet. Kann das Beutetier entkommen, so wird es verfolgt. Die Methode des Anschleichens an Beute kommt in offenen Landschaften für gewöhnlich nicht zum Einsatz, da entsprechende Deckungsmöglichkeiten fehlen. Muss ein Tier verfolgt werden, so wird die Jagd meist nach einigen hundert Metern abgebrochen, wenn kein Biss angesetzt werden kann. In der Regel können sich Wölfe im offenen Gelände meist nur bis auf 180 oder 200 Meter anschleichen, in geschlossenen Landschaften kommen Wölfe bis auf 10 Meter oder weniger an ihre Beute heran. Langanhaltende Hetzjagden sind bei Wölfen nicht die Regel. Nur in seltenen Fällen werden Beutetiere über bis zu 4 Kilometer verfolgt. Dies ist jedoch in höchstens 7 bis 8% der Verfolgungsjagden der Fall (Kudaktin, 1979). Zu längeren Verfolgungsjagden kommt es nur, wenn die Situation für Huftiere ungünstig ist oder geschwächte oder kranke Tiere das Ziel sind. Eine ganz wesentliche Etappe der Jagd ist das Aufsprengen von in Gruppen lebenden Beutetieren.

Hierbei versuchen Wölfe eine Gruppe mit Beutetieren auseinander zu treiben. In der Regel werden dabei mehrere Tiere von der Gruppe abgesprengt und weiter verfolgt. Meist wird das Leittier der Gruppe abgelenkt oder es werden unerwartete Angriffe gestartet. Auch Angriffe von entgegengesetzten Seiten kommen mitunter zum Tragen. Oftmals dringen auch einige Wölfe mitten in ein Rudel ein, um Panik unter den Tieren zu verbreiten. Der Angriff auf einzelne Individuen erfolgt dann meist auf zurückfallende Tiere. Das Absprengen einzelner Tiere erfolgt vor allem bei sehr großen und wehrhaften Beutetieren. Dies ist beispielsweise bei Amerikanischen Bisons (Bison bison), Wisenten (Bison bonasus) oder Moschusochsen (Ovibos moschatus) der Fall. Bei diesen Arten werden ausschließlich einzelne Beutetiere verfolgt. Bei etwas kleineren Beutetieren wie Rentieren (Rangifer tarandus) oder Saigas (Saiga tatarica) werden mitunter auch mehrere Tiere gleichzeitig verfolgt. Am Ende fallen Wölfe auch im letzten Fall über nur ein Tier her.

Treibjagd und in die Enge Treiben:

Hat ein Wolfsrudel ein Opfer ausgemacht, teilt sich das Rudel auf. Einige Wölfe übernehmen die Rolle eines Treibers, andere legen sich auf die Lauer. Auf die Lauer legen sich Wölfe vor allem an Positionen, die als Fluchtpunkte für die Beutetiere in Frage kommen. Diese Jagdmethode ist im Grunde unabhängig von Landschaftsformen und Beutetieren.
Eine Abwandlung der Treibjagd stellt das Kesseltreiben dar. Bei dieser Methode werden Beutetiere verfolgt und es wird ihnen im Verlaufe der Hatz der Fluchtweg abgeschnitten. Sind Wölfe auf ein Opfer gestoßen, teilen sie sich auf.
Die einen Wölfe hetzen das Opfer, die anderen schneiden dem Opfer den Weg ab, falls es ausweichen sollte. Die Verfolgung erfolgt dabei vor allem von den Flanken aus. Eine andere Variante der Treibjagd ist das In-die-Enge-Treiben.
Hierbei treiben Wölfe ihre Beutetiere an ungünstige Stellen in der Landschaft oder in unnatürliche Situationen.
Hier spielen insbesondere die Bodenbeschaffenheit oder Hindernisse eine große Rolle. Die erfolgreiche Treibjagd geht eng einher mit guten Kenntnissen des Jagdreviers, der Territorialität, der sozialen Organisation im Wolfsrudel sowie den Kenntnissen über die physischen und ökologischen Möglichkeiten der Beutetiere.

Weitere Methoden:

Im Zuge der Jagd nutzen Wölfe häufig besondere Bodenbeschaffenheiten, um leicht an Beutetiere zu kommen. Besonders leicht ist dies beispielsweise bei Tiefschnee oder sumpfigem Untergrund. Ab einer Schneehöhe von mehr als 40 Zentimeter hat jedoch auch der Wolf Probleme vorwärts zu kommen, vor allem, wenn es sich um weichen Schnee handelt.
Neben der Schneehöhe ist daher die Schneefestigkeit von großer Bedeutung. Als optimal stellt sich Tiefschnee mit einer verharschten Oberfläche dar: Große Beutetiere wie der Elch sinken ein, Wölfe bleiben obenauf. Wölfe kennen den Zustand der Schneedecke in ihrem Revier in den verschiedenen Jahreszeiten sehr genau und treiben Beutetiere gezielt in die günstige Richtung. Brechen Huftiere in der verharschten Schneedecke ein, so verletzen sie sich nicht selten die Läufe.
Im folgenden wird das Laufen dann noch schwieriger. Im Frühjahr, wenn der Schnee geschmolzen und der Untergrund aufgeweicht ist, wird morastiger oder sumpfiger Untergrund für die Jagd ausgenutzt.
Im Ergebnis kommt der Wolf auch hier leicht an Beute. Eine weitere Jagdmethode ist das Treiben von Beutetieren auf eine Eisfläche. Vor allem Elche und Rothirsche bewegen sich auf Eis sehr unsicher und stürzen leicht oder brechen an Stellen mit einer dünnen Eisdecke ein und werden so zu einer leichten Beute. Im Gebirge kommt es häufig vor, dass Wölfe Beutetiere an eine Steilwand treiben, von der sie abstürzen. Hierbei wird ein Beutetier in die Enge getrieben, bis es keinen Ausweg mehr gibt. Oftmals wird ein Beutetier auch in eine enge Schlucht getrieben, aus der es kein Entkommen gibt.
Nicht selten flüchten Beutetiere in Schluchten auf erhöhte Felsen oder ähnliches. Hier sind sie jedoch nur scheinbar in Sicherheit, denn Wölfe warten nicht selten mehrere Tage. In der Regel fällt ein Beutetiere aufgrund von Entkräftung herunter und wird zu einer leichten Beute.

Im Revier des Wolfes werden häufig Geländestrukturen für die Jagd genutzt, die die Manövrierfähigkeit eines Beutetieres stark einschränkt. So werden Beutetiere auf Geröllfeldern oder in Windbruchflächen oder Dickichte getrieben, die bei Jagderfolg häufig genutzt werden. Auch hier kommt es häufig zur Verletzung der Läufe.
Beutetiere können mit Verletzungen an den Läufen besonders leicht überwältigt werden. Bricht sich beispielsweise ein Huftier einen Lauf, so ist die Flucht ausgeschlossen. Das Beutemachen in natürlichen Fallen ist eine lebensnotwendige Besonderheit im Jagdverhalten des Wolfes. Zudem stellt es eine charakteristische Form der Nutzung des Reviers durch ein Rudel dar.
Ein Beutetier in eine natürliche Falle zu treiben, ist jedoch nicht immer leicht, da auch Beutetiere die für sie gefährliche Örtlichkeiten kennen und daher meiden. Nicht selten befinden sich in der Nähe natürlicher Fallen jedoch günstige Äsungsflächen, Salzlecken oder andere für Huftiere wichtige Plätze.

Eine weitere Jagdmethode ist das Auflauern von Beutetieren. In der Regel handelt es sich dabei um einzelgängerisch jagende Wölfe, die an einer günstigen Stelle auf ein potentielles Beutetier warten.
Beliebte Lauerplätze sind Äsungs- und Ruheflächen, Wasserstellen, Wechsel oder Salzlecken. Unter Ausnutzung von vorhandener Deckung und unter Berücksichtigung von Witterungsverhältnissen lauern Wölfe an diesen Stellen auf Beute. Aber auch vor Nagetierbauten legen sich Wölfe nicht selten geduldig auf die Lauer, um beispielsweise ein Murmeltier im günstigen Moment zu packen.
Bringt das Warten vor einem Nagerbau keinen Erfolg, so kommt es nicht selten zum sogenannten Mäuseln. Dabei graben Wölfe Beutetiere förmlich aus ihren Bau heraus. Beliebte Beutetiere sind hierbei zum Beispiel Polarfüchse (Vulpes lagopus), Murmeltiere (Marmota) oder Rotfüchse (Vulpes vulpes).


Quelle: Tierdoku.com
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BeitragThema: Re: Lebensweise und Verhalten   Do Sep 17, 2015 7:25 pm

Territorialverhalten

Jedes Wolfsrudel beansprucht sein eigenes Territorium, das gegenüber fremden Rudeln verteidigt wird. Die Territorialgrenzen werden mittels Urin- und Kotabsetzen markiert. Es muss so beschaffen sein, dass es eine geeignete Nahrungsgrundlage für das ganze Rudel bietet, über eine Wasserquelle verfügt und genügend Rückzugsmöglichkeiten hat. Die Grösse des Territoriums und des Rudels ist vom Nahrungsangebot in diesem Gebiet abhängig. In Gebieten mit starkem Beutevorkommen kann ein Territorium 50km2 messen, bei wenig Nahrungsangebot kann es bis zu mehreren 1000km2 gross sein. Häufig befinden sich zwischen benachbarten Territorien Grenzgebiete, bei denen kein Rudel das Vorrecht besitzt. Diese Grenzgebiete werden oft von alleinlebenden Wölfen, die auf der Suche nach einem Partner sind durchwandert, da ihnen dort keine Gefahr droht. In Gebieten mit geringer Wolfsdichte findet ein Paar rasch ein freies Territorium um eine eigene Familie zu gründen. Hingegen in Gebieten mit grosser Wolfspopulation oder Nahrungsknappheit haben es die Wölfe schwer sich niederzulassen. Ihr Territorium teilen sie meist noch mit weiteren Raubtieren wie Bär, Luchs, Fuchs, Kojote und Raubvögel*, die teilweise voneinander profitieren.

Quelle: http://chwolf.org/
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